Burg Stettenfels

Mittelalterfest

30. April - 4. Mai 2014

An dieser Stelle beginnen wir mit einem Zitat über das leidige Wetter:

“Theux war kalt, Oy war kalt … aber hier? Isses nur ein bisschen frisch.”

Ja, es hat nicht geschneit, aber sonst war an den vier Tagen Anfang Mai wettermäßig eigentlich alles dabei. Vom 30.04. bis zum 04.05. waren wir dieses Jahr wieder auf der Burg Stettenfels in Untergruppenbach bei Heilbronn. Quasi ein Heimspiel. Das Wetter hat sich in der Anwesenheit der Knechte und Trossweiber wieder gespiegelt. Sei´s drum, wir waren vielleicht nicht gut, aber immer noch die größte Gruppe auf dem Platz.

Hintergrund des Festes war der Bauernaufstand aus der Zeit um 1525. An allen drei Tagen wurden Episoden des südwestdeutschen Bauernaufstands gezeigt.

Wir schlugen unser Lager zwischen dem Adel und Bauern auf und passten uns – so gut es ging – der Umgebung an.

Es gab Einiges zu sehen und das Programm wurde sehr gut auf die Zeit der Bauernkriege abgestimmt.

Beutelsbach 2. Mai 1514: Aus Protest gegen die neuen herzoglichen Verbrauchssteuern unterzieht Gaispeter die Gewichte einer Probe.

Böckingen 1520: Bei der Eintreibung der Abgaben wurde der säumige Schuldner Peter Albrecht von der Obrigkeit gefangen gesetzt.

Weinsberg Burg 16.4.1525 Burg Weinsberg wird von Bauern gestürmt und Graf Helfenstein gefangen abgeführt – Weinsberger Blut.

Weinsberg Stadt 16.4.1525: Blutostern – Schlacht eines Bauernhaufens gegen ein gut organisiertes Heer des Schwäbischen Bundes.

Die Erstürmung der Burg. Letztes Mal war es spontan, jetzt steht es im Programm, nächstes Mal ist es Tradition … Geschichtlich war es eigentlich die Burg Weinsberg nördlich von Heilbronn, aber Burg ist Burg und solange sie ein Tor hat, das man zumachen kann, kann man auch mit Gewalt rein. Gewonnen haben natürlich die Bauern. Aber keine Angst, den Grafen haben wir uns vorher beim Adel ausgeliehen. Für den kaputten Briefkasten am Burgtor können wir übrigens nichts. Ihr wisst ja, ein Dirk Sartorius stirbt nicht, er wird genagelt – diesmal leider nur an den Briefkasten.

Blutostern Als Schwäbischer Bund fegten wir über das Schlachtfeld und bekamen in den ersten beiden Reihen sogar das Bild des gut organisierten Heeres hin.

Freitagabends wurde bei strömenden Regen noch ein wenig grün gefidelt und wir staunten über die Freakshow vor unseren Augen. Es gab wirklich alles zu sehen. Fabelwesen, Gaukler in Jeans, authentische Tempelritter, schwarz Gekleidete mit vielen Schwertern, schwarz Gekleidete mit riesigen Absätzen, Orks, Hexen, Schotten, Wikinger, Menschen mit glitzernden Plastikklamotten, Harry Potter, Esel, Ziegen, u. v. m. Die Musik war eigentlich gar nicht so schlecht, sofern man Irische Volksmusik mag.

Auf einem nächtlichen “Allerley Turney” schlug die Stunde der Knecki Boys, die sich Ihren Spass bei Ritter “Malti” abholten. (Gut eigentlich hieß er Irgendwas von und zu, aber was interessiert das eine Meute?) Der Ritter fand´s klasse, dass überhaupt mal einer angefeuert wurde und verabschiedete uns am Ende auch mit 12 La-Ola-Wellen am Stück. Kein Ding mein Alter…

Zum Abschluss noch ein Auszug aus dem Wetterbericht:

Meist bewölkt, ab und zu Regen, teilweise Sonnenschein.

Zur Erinnerung, es war nicht kalt. Nur ein wenig frisch.

Hier noch ein Bilder zur Erinnerung.

Autor: Uli F. Beyle

Bilder: Torsten Clauss, Alexander Wolff, Christina Bömer, Christoph Wiessmann, Wolff von Fuchsbach