Das Spiel der Landsknechte

Pfeifen und Trommeln

Das Spiel der Landsknechte war die Feldmusik zu dieser Zeit, sie bestand aus Trommlern und Pfeifern. Dieses Ensemble nannte man “Spielleute” oder einfach “Spiel”. Der Platz der Spielleute  war immer beim Fähnrich, der mit seiner Fahne optisch Befehle zu übermitteln hatte.

Die Mitglieder des Spiels hatten die Aufgabe über akustische Signale die Befehle des Waibels an die Rotmeister weiter zu geben um somit für ein geordnetes Fortkommen und Marschieren des Haufens, durch den Rhythmus der Trommeln und die Melodie der Pfeifen, zu sorgen, ohne das zu diesem Zeitpunkt der Gleichschritt schon bekannt war. Das Spiel spielte aber nicht nur Märsche sondern war auch ein Begleitinstrument für Lieder, die Landsknechte während des Marschierens sangen. Dies hatte einen psychologischen Sinn, denn es hob die Stimmung der Truppe wenn während eines langen anstrengenden Marsches gesungen wurde. Eine weitere Aufgaben des Spiels war es auch bei der Werbung neuer Truppen, mit dem Werber durch Städte und Dörfer zu ziehen um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Die Trommeln und Pfeifen waren für die Landsknechte also zu Signal- und Begleitinstrumenten geworden. Sie gaben Alarm zum Sammeln, zum Angriff und zum Rückzug. Aufgrund dessen war das Spiel unverzichtbar und jedes Mitglied im Spiel hatte dadurch den Sonderstatus eines Doppelsöldners.

Demnach hatte das Spiel einen genauen Platz im Haufen und eindeutige Aufgaben. Jedes 400 Mann starke Fähnlein war verpflichtet zwei Tormmler und zwei Pfeifer zu halten.

Das Spiel der Landsknechte waren die ältesten Soldatenmusiker für Infanterieregimenter. Aus dieser  Einrichtung der Landsknechte entwickelten sich später die Militärmusikkapellen, und Spielmannszüge. Auch das Zusammenspiel von Musikern und Fähnrich ist uns bis heute bekannt, denn der Tambourmajor gibt immer noch optische Signale mit seinem Stab an seine Musiker weiter.

Das Spiel bei uns

Bei uns entwickelten sich im Laufe der Jahre neben dem gemeinen Spießer auch sogenannte Spezialeinheiten. Neben dem Interesse z.B. in Schwertkampf oder Kochen gab es auch den Bezug zum Musizieren. Aus der Geschichte heraus wurden als erstes die Trommeln adaptiert. Als maskulines Instrument das durch dumpfe, laute und durchdringende Töne schon von weitem zu hören ist, was auch der Grund dafür war das dieser Teil des Spiels als erstes etabliert wurde. Aufgrund fehlender überlieferter Noten wurden eigene Stücke komponiert und über Jahrzehnte gespielt. Wegen einer Wette die zwischen uns und einer anderen Landsknechtsgruppe lief, worum es darum ging einen Haufen nur über akustische Signale bewegen zu können, gesellten sich 2003 zu den Trommlern noch die Schwegelpfeifer (Querpfeifer) hinzu. Wobei hierbei das „er“ bei Pfeifer nicht so ernst genommen werden darf. Da die Pfeifen mangels musikalisch begabten Männern von Frauen besetzt wurden. Angefangen hat es mit zwei Pfeifen und entwickelte sich zu einem Heer von deren acht Pfeifen und elf Trommlern.

Im Moment haben wir folgende Stücke im Repertoire, die wir beim Marschieren oder zum Sammeln der Spießer spielen:

– Marsch der Landsknechte

– Marsch der Sensenschmiede

– Wir sind des Geiers Schwarzer Haufen (Lied)

– Über die Heide wehen die Fahnen (Lied)

– Marsch der Querpfeifer

– Würtemberger Zapfenstreich

– Marsch aus England

Die Befehlsweitergabe über akustische Signal ist wegen musikalischem Unvermögen der gemeinen Spießer im Moment noch in der Überarbeitung und funktioniert im Moment noch über schreiende Organe.

Autor: Franziska Beyle